Vollkeramische Restaurationsmaterialien: Klinik und Wissenschaft

Prof. Dr. Petra Gierthmühlen (Düsseldorf)

Bericht von ZA Christian Sommer

Vollkeramische Materialien sowie CAD/CAM-Technologien finden immer mehr Anwendung in der Zahnmedizin. Der Goldstandard befindet sich im Wandel, denn der Fortschritt in Materialforschung, der Entwicklung vollkeramischer Werkstoffstoffe und die moderne Adhäsivtechnik ermöglichen uns Zahnärzten haltbarere, biokompatiblere, substanzschonendere und nicht zuletzt auch ästhetischere Versorgungsmöglichkeiten für unsere Patienten zu finden.

Frau Prof. Dr. Petra Gierthmühlen, Direktorin der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität Düsseldorf und Spezialistin für Prothetik der DGPro leitete diesen Workshop im Rahmen der Jahrestagung der Neuen Gruppe 2017 (16.-18.11.2017 in Stuttgart).

Die Themen des Workshops waren:

  • eine praxisbezogene Übersicht der keramischen Materialien
  • CAD/CAM Systeme & Digitale Zahnmedizin
  • Minimalinvasive Behandlungskonzepte im Front- und Seitenzahnbereich
  • Klinischer Langzeiterfolg vollkeramischer Restaurationen
  • Klinische Fallbeispiele: Step by Step

restauration-2017In Bezug auf die Materialauswahl gab Frau Prof. Gierthmühlen eine sehr fundierte und wissenschaftlich basierte Marktübersicht. Dabei wurde verdeutlicht, welche Materialien sich für die jeweiligen Indikationen eignen.

Gleiches gilt weiterhin für die Präparation eines Zahnes für die Versorgung mit vollkeramischen Restaurantion. Eine „Stohle“ solle es sein. Diese Wortneuschöpfung lässt die Begriffe „Hochkehle“ und „Stufe“ verschmelzen und zeigt worauf es bei der indikations- und materialgerechten Präparation im Übergang von (Teil-) Krone zum Zahn ankommt.

Die anatomische Unterstützung der Versorgung durch zahngerechte Präparation hat dabei ebenfalls einen positiven Effekt auf den Langzeiterfolg der keramischen Restauration.

Ein immer wieder heiß diskutiertes Thema auf vielen Fortbildungen und auch zwischen Zahntechniker und Zahnarzt sind die jeweiligen Mindestschichtstärken. Frau Prof. Gierthmühlen konnte anhand Ihrer Untersuchungen zeigen, dass sich teilweise trotz Halbierung der zur Zeit von der Industrie angegebenen Schichtenstärken, sich keine signifikant höhere Frakturgefahr ergibt, solange die allgemeinen Präparationsrichtlinien befolgt werden.

In der Befestigung vollkeramischer Restaurationen führt kein Weg an der Adhäsivtechnik vorbei. Dabei ist es jedoch äußerst wichtig, dass die verwendeten Systeme optimal aufeinander abgestimmt sind. Denn auch geringe Fehler beim Trockenlegen und Einsätzen können den Erfolg einer sonst einwandfreien Versorgung in hohem Maße negativ beeinflussen.

Die digitale Abformung und die CAD/CAM Technologie halten immer mehr Einzug in die zahnärztliche Praxis. Und insbesondere durch die Verarbeitung von vollkeramischen Wertstoffen stellen diese immer mehr eine Alternative zur konventionellen zahntechnischen Herstellung dar. Nicht zuletzt lassen durch den digitalen Workflow in vielen Fällen für den Patienten zeitsparende und kostengünstigere prothetische Versorgungen erzielen, bei immer besser werdender Ästhetik.