The spirit of the time in restorative dentistry

Bericht von Lutz Häußermann
Turin 20-23.Juni 2019

Schon zum wiederholten Mal ist die neue Gruppe zu Besuch bei Guiseppe Allais in Turin. Nicht nur die Erzählungen anderer Mitglieder sondern auch der Fakt, dass einige der Teilnehmer den Kurs nun schon mehrfach besuchen lässt mich mit hohen Erwartungen ins Flugzeug steigen

Die nächsten 3 Tage erfüllen und überbieten diese Erwartungen mit toller Zahnmedizin, einem wunderschönen Turin, exzellentem Essen und einem hervorragenden Gastgeber.

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Der Schauplatz der Fortbildung ist die Praxis von Guiseppe „Pepe“ Allais, die sich mitten in Turin befindet. Hier referiert Pepe über eine Zahnmedizin, der Ausdrücke wie minimal-invasiv nicht gerecht werden und gar das Wort „invasiv“ nicht erlaubt zu sein scheint.

Jeder seiner Fälle beginnt mit einer ausführlichen Risikoanalyse der Patienten. Diese wird in die Kategorien „Karies“, „Erosion“, „Funktion“, „Parodontal“ und „Iatrogen“ unterteilt. Er ruft dabei aber nochmal ins Bewusstsein, dass die Gesundheit abhängig von äußeren Faktoren dynamisch ist und die Beziehung zum Patienten wichtig ist, um die Gesundheit in der Balance zu halten.

Die durch uns beeinflusste iatrogene Kategorie probiert er durch non-invasive Therapiemethoden nicht negativ zu beeinflussen. Er arbeitet daher viel mit Komposite und baut selbst ganze Molaren mit Komposite auf, Karies in Pulpanähe wird belassen wenn die Voraussetzung einer sicheren direkten Versorgung möglich ist und auch die ästhetischen Restaurationen der Front werden mittels Komposit oder additional Veneers verwirklicht.

An zwei der drei Tage wird der Vortrag mit jeweils einer Live-Behandlung gekrönt.
Die erste Live-Behandlung ist die Aufstellung einer Totalprothese, die zweite ein direktes Mock-up in Komposit.

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In beiden Komplexen Fällen wird schnell bewusst das nicht nur der statische Teil der Ästhetik sondern vor allem auch die Dynamik des gesamten Gesichtes für den Gesamteindruck wichtig ist. Unter ständiger Kontrolle der Ästhetik und auch der Phonetik wird so Zahn für Zahn eine Ergebnis erreicht, das bei jedem Schritt offen diskutiert wird und in der Gruppe so lang modifiziert wird bis das Resultat zufrieden stellt.

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Die Diskussionen gehen in den Pausen weiter in denen wir durch Sabrina, Pepes Frau, nach Allen Regeln der Kunst kulinarisch versorgt werden.
Ein Ausflug in das Lavazza Museum und der Ausklang eines jeweiligen Abends bei exzellentem Essen runden den Kurs ab. Dabei ist, wie für neue Gruppe Kurse üblich, die Stimmung ausgelassen und auch der Wein kommt nicht zu kurz.

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Mein Chef hat im letzten Jahr als er aus Turin zurückkam gesagt: „ Das ist ein toller Kurs da musst du das nächste Jahr hin“. Abschließend kann ich nur sagen, dass er vollkommen recht hatte und ich jedem diesen Kurs wärmstens ans Herz legen würde.