Paro-Implantologie – Perfektion – Der Unterschied liegt im Detail

Über den Dächern von Bielefeld
mit Gerd Körner und Arndt Happe

Bericht von Christoph Wenninger

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Freitag Morgen bei winterlichen süddeutschen Verhältnissen – Auf geht’s nach Bielefeld
Los gings mit Dr. Gerd Körner
Durch sehr anschauliche Bilder und Graphiken begann Dr. Gerd Körner, aus seiner Jahrzehnten langen Praxiserfahrung, uns sein möglichst, zahnerhaltendes Konzept, am Freitagvormittag vorzustellen.

paro2Durch eine Vielzahl von Fallbeispiele und einer umfangreichen Literaturunterlegung, zeigte er, wie durch umfangreiche parodontale Maßnahmen, auch kritische Zähne, über einen sehr langen Zeitraum erhalten werden können. Vor allem Frontzähne haben auch bei deutlicher parodontaler Erkrankung eine sehr gute Langzeitüberlebensrate.
Kritisch sollte man dagegen die mehrwurzeligen Zähne und den 1. Prämolar sehen.
Das Hart-und Weichgewebe unterliegt, nach Zahnverlust, umfangreichen Veränderungen. Es kommt zum vertikalen und horizontalen Abbauvorgängen in den ersten 3-6 Monaten. Wogegen in der Regel der horizontale Abbau stärker ausfällt wie der vertikale. An Hand von komplexen perio-prothetischen Fällen zeigte Dr. Körner wie er nach umfangreicher Planung erst Hart und Weichgewebe rekonstruiert und danach durch hochästhetischen Zahnersatz zu sehr guten Resultaten kommt, auch bei schwierigsten parodontalen Ausgangssituationen. Des weiteren gab Gerd Körner detaillierte Erläuterungen vom Unterschied Zahn-Implantat , in Bezug auf das bindegewebige Attachtment.

Nach dem Mittagessen gings weiter mit Arndt Happe.

paro5Arndt Happe übernahm den implantologischen Teil. Nach kurzer Vorstellung der Praxis stellte er die ästhetische Ausgangssituation seiner Patienten, neben aller anderer klassischen Befunduntersuchungen zuerst in den Vordergrund. Ein wichtiger Aspekt ist das dabei, das symmetrische ästhetischen Defizite nicht so ins Gewicht fallen, wie asymmetrische Defizite.
Weiter gings es mit Fallbeispielen. Komplexe Fälle mit multiplen Befunden.
Vorbehandlungen wie Kieferorthopädie, Ridge Preservation, umfangreiche Hart und Weichgewebeaufbauten sind wichtig für den späteren, auch ästhetischen wie implantologischen Erfolg.
Anschließend erfolgten sehr präzise und umfangreiche Ausführungen, welche Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Implantatbehandlung erforderlich sind.Neben der Implantatart ( bone level oder maschinierter Anteil), spielt auch der Biotyp eine entscheidende Rolle.

Die Planung, anhand von Modell, Wax-Up, Fotostatus und Digital- Smile-Design nach Coachman spielen ebenso eine wichtige Rolle. Der Blick fällt dabei nicht nur auf die zu versorgende Lücke mit einem Implantat sondern auch auf die ästhetischen Defizite der Nachbarzähne. Dadurch ergeben sich zahlreiche weitere klinische Maßnahmen, wie klinische Kronenverlängerungen oder andere chirurgische Maßnahmen

paro7Wie tief setzten mir das Implantat?, zu welchem Zeitpunkt setzten wir das Implantat?, auch hier erfolgte eine umfangreiche Darlegung der Literatur ( Alveolenabbau, Sofortimplantation -Pro – Contra) Das größte Problem der Sofortimplantation ist der Volumenverlust.
Ein günstiger Fall für eine Sofortimplantation ist ein dicker Biotyp mit einer intakten bukkalen Lamelle, keine hohe Lachlinie.
Sofortimplantation sollte flapless erfolgen, mit einem Gap zur bukkalen Lamelle die mit KEM augmentiert wird, bukkal wird das Weichgewebe verdickt mit einem subepithelialem BGT. Die Versorgung sollte mit einem anatomischen Gingivaformer oder einer provisorischen Krone im Sinne einer Sofortversorgung erfolgen. Eine durchaus gute Alternative zum subepithelialem BGT stellte eine das Weichgewebsersatzmaterial Mucoderm dar.
Als provisorische Versorgung nach Sofortimplantation präferiert A. Happe die Klebebrücke, verankert an die Nachbarzähne um Mikrobewegungen zu vermeiden. Nach dieser ausgiebigen Freitagsession mit umfangreicher Theorievermittlung war gegen 19.00 Uhr Schluss.
Der Abend fand einen tollen Ausklang in netter Runde. „über den Dächern von Bielefeld“.

Weiter gings am Samstag mit weiteren detaillierten theoretischen Grundlagen zur Knochenaugmentation, unterlegt mit hochkarätigen Fallpräsentationen.
Abgerundet wurde das ganze durch praktische Übungen am Schweineohr und Schweinekiefer sowie durch Workshop der Firma Bego zum Thema „Full Guided Implantation“

Fazit: Wie immer eine Fortbildung auf höchstem Niveau, in netter Runde unter Freude mit Spaßfaktor