Giuseppe Allais 11.05. bis 13.05.2017 Turin
„The spirit of the time in restorative dentistry“

Bericht von Dr. Christoph Wenninger

01

3 Tage Turin bei Pepe Allais. Für mich als „Fast- Kandidat“ der Neuen Gruppe ein langersehntes Highlight meiner persönlich besuchten Fortbildungsveranstaltungen.

Nach einem angenehmen Flug mit Air Dolomiti von München und einem ersten Come together am Mittwochabend in der Turiner Altstadt war die Vorfreude auf den Kurs groß.

Und obwohl sich Turin bei Beginn des Kurs von seiner regnerischen Seite zeigte trübte das nicht die Stimmung der Truppe beim Gang vom Hotel zu Pepes Praxis. Pünktlich um 9.00 Uhr am Donnerstag begrüßte uns Pepe, seine Frau Sabri und sein Team in seiner Praxis. Nach einem kurzen Rundgang durch die Praxis, starte der Kurs.

Der Kurstitel mit dem philosophischen Titelbeginn „The Spirit…. „ wurde allen sofort bewusst, als Pepe, in sehr gutem Deutsch, seinen Vortrag begann.

 

Sein klares und bekennendes Konzept weg von der „den Zahn zu beschleifenden restaurativen Zahnheilkunde“ rein zu additiven minimalistischen konservierenden Maßnahmen bzw.

prothetischen Versorgungen veranschaulichte Pepe uns während der gesamten 3 Tage.

Jeder Fall ist bei Pepe individuell. Pepe geht von einer verlorenen Harmonie beim Patienten aus. Dabei werden viele Ebenen der menschlichen Persönlichkeit betrachtet . Sehr wichtig ist Pepe eine sehr persönliche Bindung zu seinem Patienten aufzubauen.

Diese gliedert sich u.a. in verschiedene Befunde (Verlust von Zahnhartsubstanz, Zahnschäden, Verlust von parodontalem Attachment, Verlust der Vertikaldimension, funktionelle Problematiken).

2Darauf folgt ein klar strukturiertes Behandlungs- und Therapiekonzept. Es wird ein spezifisches Risikoprofil erstellt und der Patient durchläuft ein sogenannten Diagnostikprozeß.

Das gliedert sich in der individuellen Diagnostik von Caries-, Parodontalen- und Funktionsbefunden und durch zahnärztliche Vorbehandlungen verursachte iatrogene Schäden.

Desweitern hinterfragt bzw. hält Pepe von jedem Patient seine Lebensgeschichte fest und in welchem Lebensabschnitt er sich befindet (Lifehistory).

Nach dem Sammeln dieser Information wird ein von jedem Befundschwerpunkt ein individuelles Risikoprofil erstellt, unterteilt in hoch, mittel und gering. Keine Behandlung wird begonnen bevor nicht eine Diagnose steht, nicht jedes Risikoprofil durch eine Vorbehandlung als gering angesehen wird und ein Behandlungsplan vorliegt.

Die ästhetische Analyse ist nicht definiert , individuell und zeitlich gebunden . Der Patient sollte immer außerhalb des Patientenstuhls betrachtet werden.

Darauf folgt ein direktes Mock-up im Mund. Nach Anfertigung von Modellen wird ein palatinaler Frontzahnsilikonschlüssel hergestellt. Nun wird unter Berücksichtigung der individuellen Sprechmotorik und Ästhetik Frontzahnlänge und Frontzahnform mit Komposit provisorisch modelliert.

34

Wenn alle Parameter analysiert worden sind wird ein Abdruck genommen, im Labor ein Schlüssel hergestellt und nun entweder mit Komposit oder hauchdünnen Venneers die Frontzahn-

Restaurationen hergestellt. Eindrucksvoll wurde dieses Konzept an zahlreichen live vorgestellten Patienten demonstriert.

Vervollständigt wurde dieses Konzept noch durch einen Vortrag vom Bruder von Pepe Allais der Kieferorthopäde ist und uns, das minimalistische non-invasive behandeln aus der Sicht des Kieferorthopäden nahebrachte.

Während der Vorstellung dieses Konzeptes wurden wir, in den Pausen, wunderbar von Sabri, der Frau von Pepe, mit tollen kalten und warmen regionalen Leckereien versorgt.

56

Abgerundet wurde der Kurs durch zwei wunderbare Abende im kulinarischen Turin.

Am ersten Abend waren wir am Po in der Imbarco Perosino. Bei wunderbaren Antipasti und zahlreichen Spezialitäten ließ es sich Pepe nicht nehmen den Sommelier zu übernehmen und uns die Weinvielvalt des Piemonts einzuführen.

Der zweite Abend verbrachten wir in der Enoteca Parlapa. Hier wurde bei hervorragenden Fleischspezialitäten, ebenfalls erstklassige Weine serviert.

Kurz um es waren wundervollen 3 Tage in Turin.

Meine persönliche „Take Home Message „widme ich einer Folie von Pepe die eigentlich alles sagt:

Es ist unsere (der Zahnärzte) Aufgabe, mit unserer Arbeit das Reichtum der Eigenart (des Patienten) zu schützen